Die Elemente im Horoskop
Neben der Einteilung in die Qualitäten ist diejenige in die vier '''Elemente''' eine weitere wichtige Unterteilung des Tierkreises. Die vier Elemente sind: Feuer, Erde, Luft und Wasser.
Der antiken griechischen Naturphilosophie zufolge bilden die vier Elemente die Grundlagen der Welt. Sie entstanden aus den Urqualitäten Trockenheit/Feuchtigkeit sowie Wärme/Kälte. Trockenheit und Wärme bilden das Feuer; Feuchtigkeit und Wärme die Luft; Feuchtigkeit und Kälte das Wasser; Trockenheit und Kälte die Erde. Auch die vier Temperamente finden sich in den Elementen wieder. Das Cholerische entspricht dem Feuer, das Sanguinische der Luft, das Phlegmatische dem Wasser und das Melancholische der Erde. Die antike Astrologie hat die zwölf Tierkreiszeichen ebenfalls den vier Elementen zugeordnet. Diese Einteilung ist bis heute gültig. Besonders im Mittelalter und der Neuzeit wurden die Temperamente benutzt, um verschiedene Menschentypen zu beschreiben: cholerisch (feurig), sanguinisch (luftig), phlegmatisch (wässrig) und melancholisch (erdig).
Feuer und Luft gelten als männliche Elemente oder auch als aktiv, elektrisch, positiv. Erde und Wasser als weibliche Elemente oder auch als passiv, magnetisch, negativ, wobei diese Begriffe nicht wertend zu verstehen sind.
In China werden nicht vier, sondern fünf Elemente gezählt, und zwar Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Es beginnt mit dem Holz, das zu Asche verbrennt und in die Erde eingeht. Die Erde bringt Metalladern hervor, aus denen Wasser entspringt, das wiederum das Holz - Symbol für die gesamte Vegetation - nährt. Den Elementen sind die fünf alten Planeten zugeordnet, und zwar Jupiter dem Holz, Mars dem Feuer, Saturn der Erde, Venus dem Metall und Merkur dem Wasser ( chinesische Astrologie ).
Feuer
Alles beginnt mit dem Feuer. Dazu zählen Widder, Löwe und Schütze. Das Feuer steht für Dynamik, Energie und Antriebskraft. Feuer ist der Initiator für das, was wir angehen, und es ist die Kraft der Veränderung. Es verwandelt Materie in Energie. Dabei kann es angenehm wärmend, aber auch zerstörerisch und unkontrollierbar auftreten. Auf der spirituellen Ebene symbolisiert es den göttlichen Funken oder die geistige Läuterung, wie sie im Bild des Fegefeuers als Ort der Wandlung zum Ausdruck kommt.
Erde
Dem Feuer folgt im Tierkreis das Element Erde. Dazu zählen Stier, Jungfrau und Steinbock. Erde ist die Basis allen menschlichen Lebens. Hier geht es um grundlegende Bedürfnisse wie materielles Auskommen oder die Verantwortung für das körperliche Wohlbefinden. Die Herausforderung für die Erdzeichen besteht darin, den materiellen Werten einen angemessenen Platz jenseits vom bloßen Selbstzweck und unangebrachter Geringschätzung zu geben. Kraftplätze in der Natur sind sichtbarer Ausdruck davon, wie die Erde als Mittler für spirituelle Erfahrungen dienen kann.
Luft
Nach der Erde kommt im Tierkreis das Element Luft. Es wird repräsentiert durch die Zeichen Zwillinge, Waage und Wassermann. Das Luftelement steht für den Kontakt mit anderen Menschen, unsere intellektuelle Kapazität, aber auch den Weg zur höheren geistigen Erkenntnis. Nicht zufällig stammen zwei seiner drei Symbolfiguren aus dem menschlichen Bereich. Es fordert zu Klarheit und Entscheidungsfähigkeit heraus. Ohne Klarheit ist keine Erkenntnis möglich, die neben der meditativen Versenkung in vielen Weisheitslehren die unverzichtbare Voraussetzung für den Zugang zur spirituellen Welt ist.
Wasser
Das letzte Element im Tierkreis ist das Wasser mit den Zeichen Krebs, Skorpion und Fische. Das Wasser steht für den emotionalen und intuitiven Bereich. Es ist der Ursprung allen Lebens und unberechenbar in seinem Auftreten. Es kann weich und glatt, aber auch aufbrausend und alles verschlingend sein. Durch nichts kann es aufgehalten werden. Das Wasserelement ist das einzige, das die astrologische Symbolik allein dem Reich der Tiere entlehnt, ein Hinweis darauf, dass im Wasser Intuition und Instinkt über den Intellekt herrschen. In seiner spirituellen Dimension wird das Wasser zum Träger der allumfassenden göttlichen Liebe. Ein altes Bild dazu ist der Grals-Mythos.