Der Stier - verwurzelt in der Erde

(Analogie Stier-April: Die Geruhsamkeit und stille Freude des Wachstumsprozesses)
Symbol: 
Element: Erde
Qualität: fix
Polarität: Yin/weiblich
Herrscherplanet: Venus
Sonne im Stier: etwa vom 21. April bis zum 20. Mai
Jahreszeit: Der Frühling in seiner Pracht, Schönheit, Düfte, Tön
Kultur: Walpurgisnacht, Maifeiern, Maibaum, Christi Himmelfahrt
Körperbereich: Mund, Schlund und Speiseröhre, Hals, Nacken und Schultern
Namen gebendes Sternbild: Taurus
Astrologische (Be-)Deutung
Der Stier ist das zweite Zeichen des Tierkreises. Hier geht es um das Innehalten und das Wahrnehmen der Welt mit den Sinnen: schmecken, berühren, sehen, hören und riechen. So ist den Menschen, die eine Betonung dieses Zeichens aufweisen, eine starke Sinnlichkeit und Genussfreude eigen. Mit Leidenschaft widmen sie sich dem, was die Sinne zu bieten haben. Sie sind von einer ausgeprägten Körperlichkeit. Das Grundprinzip ist ein "Sich-einverleiben-Wollen" (Fritz Riemann: Lebenshilfe Astrologie. München 1989. S. 83) und so spielen neben den leiblichen Genüssen auch materielle Werte bei diesem Zeichen eine wichtige Rolle: Dinge besitzen, etwas sein Eigen nennen können, lautet hier die Devise.
Beim Stier geht alles langsam vonstatten, dafür aber umso nachhaltiger. Er ist verlässlich und beständig und kann tatkräftig zupacken. Er fühlt sich im Kreise Vertrauter gut aufgehoben. Sein Sicherheitsbedürfnis kann ihn im schlechten Fall dazu verleiten, sich an seinen Besitz zu klammern und/oder den Partner eifersüchtig festzuhalten. Der Stier hat sehr viel Geduld und Ausdauer. Die Palette der Eigenschaften, die sich daraus ergibt, reicht von Bedächtigkeit, Beschaulichkeit und Gelassenheit auf der einen Seite bis hin zu Sturheit und einer Schwerfälligkeit, die eine Vorwärtsbewegung behindert, auf der anderen. Der Stier ist konservativ-bewahrend. Seine Aufmerksamkeit gilt dem, was er kennt, nicht dem Neuen und Unbekannten, auf das kein Verlass ist. Wichtig sind für ihn Grenzen, und er beharrt mit Entschiedenheit darauf.
Der Stier strahlt Ruhe aus und kann schwierigen Situationen wie ein Bollwerk widerstehen. Wenn er Ärger zu lange in sich hineinfrisst, staut sich dieser auf und entlädt sich unter Umständen mit einer für Außenstehende erschreckenden Heftigkeit. So kommt die dunkle Seite dieses Zeichens zum Vorschein, im Mythos von Minotauros symbolisiert.
Das Tierkreiszeichen Stier verleiht Achsen und Planeten, die sich in ihm befinden, Langmut, Beständigkeit und Sinnlichkeit.
Mit den beiden anderen Erdzeichen, Jungfrau und Steinbock, hat der Stier die Bodenständigkeit und den Sinn fürs Machbare gemein. Sein Tummelplatz sind die saftig-grünen Wiesen, wo er sich genießerisch niederlässt, während die Jungfrau nach der Ernte die Spreu vom Weizen trennt und der Steinbock sich in die kargen Höhen der Berge vorkämpft. Mit seinem Oppositionszeichen Skorpion teilt der Stier die Körperfreuden, wobei für den Stier das lustvolle Genießen im Vordergrund steht, wohingegen es beim Skorpion die tief greifende innere Wandlung der Sexualität ist. Von seinen Quadratzeichen kann der Stier die Kunst der Selbstdarstellung ( Löwe ) und die Fähigkeit, anders als die anderen zu sein und trotzdem dazuzugehören ( Wassermann ), lernen.
Würden
Im Stier ist der Mond erhöht, Mars und Pluto sind im Exil und Uranus ist im Fall.
Mythologie des Sternbilds
Der Stier ist eines der beliebtesten mythischen Symbole der Antike. Entsprechend zahlreich sind die Geschichten, die mit dem Sternbild in Verbindung gebracht werden. Zeus (röm.: Jupiter) selbst verwandelte sich in einen wunderschönen weißen Stier, als er die phönizische Prinzessin Europa begehrte. Kaum hatte sich die Ahnungslose auf seinem Rücken niedergelassen, erhob er sich und floh mit ihr nach Kreta. Dort offenbarte Zeus ihr seine wahre Gestalt und machte sie zu seiner Geliebten. Einer der Söhne dieser Verbindung war Minos, der König über Kreta wurde. Im Streit mit seinen Brüdern bat er einmal den Meeresgott Poseidon (röm.: Neptun) um Unterstützung. Dafür wollte er ihm ein würdiges Opfer bringen. Poseidon ließ daraufhin einen makellosen Stier aus dem Meer entsteigen, von dem Minos so angetan war, dass er ihn nicht opfern wollte. Aus Rache über den Wortbruch veranlasste Poseidon, dass sich Minos' Frau Pasiphae, eine Tochter des Sonnengottes Helios, in den Stier verliebte. Der Handwerker Daidalos musste ihr eine hohle Kuh bauen, in der sie sich verbarg, damit der Stier sie besteigen konnte. So gebar sie den Minotauros, ein Ungeheuer mit dem Oberkörper eines Stiers und dem Unterleib eines Menschen, das Menschenopfer verlangte. Um die Kreter vor ihm zu schützen, baute Daidalos ein Labyrinth, in dem Minotauros untergebracht wurde. Theseus gelang es schließlich mit Hilfe von Minos' Tochter Ariadne, den Minotauros zu besiegen.
Ein weiterer Mythos, der mit dem Sternbild Taurus in Verbindung gebracht wird, handelt von der Königstochter Io. Zeus machte auch sie zu seiner Geliebten und verwandelte sie in eine Kuh, um sie vor der Rache seiner Gemahlin Hera (röm.: Juno) zu schützen.
In frühbabylonischer Zeit befand sich das Tor der Hades im Stier (Knappich, Wilhelm: Die Geschichte des Tierkreises, in Die Astrologische Rundschau, 1934, Heft 5, S. 125), das Tor zur Unterwelt also, und wurde später in der hellenistischen Astrologie auf das zweite Hausder Horoskope übertragen ( Valens, Vettius: Blütensträusse. St. Katharinen 2004, S. 172 ).
(Quelle: wesentlich von AstroWiki übernommen)
Fragen & Anregungen & Mitteilungen: info@astrologie-karlsruhe.de