Das Tierkreiszeichen Wassermann

Tierkreiszeichen Wassermann: Darstellung aus
dem ''Liber Astronomicus'' von Guido Bonatus, 1491
Symbol: 
Element: Luft
Qualität: fix
Polarität: Yang/männlich
Zeichenherrscher: Uranus, früher Saturn
Sonne im Wassermann: etwa vom 20. Januar bis zum 19. Februar
Jahreszeit: Klirrende Kälte, Schnee und Eis, der Saft der Bäume kehrt zurück
Kultur: Lichtmess, Fasching, Karneval, Umkehr der Rollen
Körperbereich: Unterschenkel
Namen gebendes Sternbild: Aquarius
Astrologische (Be-)Deutung
Analogie Wassermann-Januar: Die geistigen Höhenflüge
(dargestellt durch den Geflügelbraten)
Der Wassermann ist das elfte Zeichen des
Tierkreises. Hier geht es um eine übergeordnete Perspektive gegenüber dem Leben. Der Mensch ist Teil einer Gemeinschaft, in der er sich aufgehoben fühlt und mit deren Hilfe er wesentlich mehr erreichen kann als allein.
Menschen mit einer starken Betonung dieses Zeichens sind am Wohl der Gemeinschaft interessiert. Ihnen schwebt eine gerechte Gesellschaft vor, in der Hierarchien keinen Platz haben und jeder sich auf die ihm gemäße Art entfalten kann. Freiheit ist für Wassermann-Geborene nicht nur ein gesellschaftliches Anliegen - sie legen auch höchsten Wert auf ihre persönliche Freiheit und Unabhängigkeit. Sie haben ein ausgeprägtes Gefühl für die eigene Individualität und Besonderheit. Gleichzeitig benötigen sie Gleichgesinnte, um ihre Interessen und Ideen zu verwirklichen.
Wassermann-Geborene interessieren sich für die größeren Zusammenhänge, für die sie einen klaren Blick haben, weil sie gerne eine distanzierte Haltung einnehmen. Sie haben Zukunftsvisionen, verfügen über eine ausgeprägte Intuition und über Erfindungsreichtum.
Die Gefahr besteht darin, sich nicht wirklich einlassen zu können und alles, was tiefer geht, abzulehnen. Darüber hinaus kann angesichts der Betonung der eigenen Individualität der Zwang spürbar sein, alles grundsätzlich anders zu machen als die anderen.
Mit seinem Oppositionszeichen
Löwe teilt der Wassermann den Wunsch, etwas Besonderes zu sein: Während der Löwe dadurch auffallen möchte, dass er mehr glänzt als andere, will der Wassermann möglichst ausgefallen sein. Mit den anderen beiden
Luftzeichen,
Zwillinge und
Waage, hat der Wassermann die geistige Beweglichkeit gemein: Die Zwillinge können mit vielen unterschiedlichen Informationen umgehen und sich in eine andere Position hineinversetzen, die Waage versucht den Ausgleich zwischen unterschiedlichen Positionen herzustellen, und der Wassermann kann die Dinge aus einer ganz neuen und unkonventionellen Warte betrachten. Von den beiden Zeichen, die zu ihm im
Quadrat stehen, kann der Wassermann Verbindlichkeit (
Stier ) und Tiefgang (
Skorpion ) lernen.
Würden
Im Wassermann ist die Sonne im
Exil.
Mythologie des Sternbilds
Das Sternbild zeigt einen Mann, der Wasser aus einem Krug gießt. Nach einer Tradition handelt es sich dabei um den Trojaner '''Ganymed''', den schönsten Jüngling der Welt. Selbst Zeus war von ihm angetan. Er verwandelte sich in einen Adler, und entführte ihn so auf den Olymp und machte ihn zum Mundschenk der Götter. Ganymeds Aufgabe war es, die Göttlichen mit Nektar aus seinem Krug zu verwöhnen. Als Entschädigung für den Raub des Knaben schenkte Zeus seinem Vater zwei unsterbliche Rosse und eine goldene Weinrebe.
Eine andere Tradition sieht im Sternbild Wassermann den göttlichen Schmied '''Hephaistos'''. Hephaistos war ein schrulliger Mann mit allerlei Eigenarten. Seine körperliche Unvollkommenheit - er hinkte und galt als sehr hässlich - glich er durch sein hohes handwerkliches Können aus. Wenn ihm jemand den Respekt versagte, reagierte er unversöhnlich, so auch gegenüber seiner Gattin Aphrodite, der Göttin der Liebe und Schönheit. Sie betrog ihn regelmäßig mit dem Kriegsgott Ares. Um sie vorzuführen, konstruierte er ein goldenes Netz, das beim Liebesakt über die beiden fiel und sie gefangen hielt. Daraufhin ließ er alle anderen Götter kommen, die sich über den Anblick köstlich amüsierten. Erst durch die Vermittlung von Poseidon (
Neptun ) war er bereit, die auf frischer Tat Ertappten wieder freizulassen.