Das Tierkreiszeichen Waage


Tierkreiszeichen Waage: Darstellung aus dem ''Liber
Astronomicus'' von Guido Bonatus, 1491


Symbol:  Waage-Symbol

Element: Luft

Qualität: kardinal

Polarität: Yang/männlich

Zeichenherrscher: Venus

Sonne in der Waage: etwa vom 23. September bis zum 22. Oktober

Jahreszeit: Herbst-Tagundnachtgleiche, die volle, bunte Schönheit der Bäume, Herbstblumen, Vogelzug

Kultur: Erntedank, Weinfeste, Weinkönigin, Kirmes

Körperbereich: Lendenregion, Nieren, Blase, Haut als Kontaktorgan

Namen gebendes Sternbild: Libra

 

 

Astrologische (Be-)Deutung


Die Waage ist das siebte Zeichen des Tierkreises. Hier geht es um das bewusst vorgenommene Abwägen und Bewerten.

Für die Waage als Luftzeichen hat der Intellekt eine große Bedeutung. So verschafft man sich Informationen, um zu einem ausgewogenen Urteil gelangen zu können. Freilich kann diese Fähigkeit auch zur Last werden, wenn man sich vor lauter Abwägen gar nicht mehr entscheiden kann. Hinzu kommt auch noch die Vorliebe von Waage-Persönlichkeiten für Harmonie.

Sich für eine Sache oder einen Menschen zu entscheiden, kann gleichzeitig bedeuten, sich gegen eine andere Sache oder einen anderen Menschen zu entscheiden. Das widerstrebt der Diplomatie, der Kompromissbereitschaft und dem Taktgefühl der Waage zutiefst. Hieraus kann im Extremfall eine Gefallsucht werden, und der Betreffende erachtet es als das Wichtigste, nach Möglichkeit nur niemanden zu verletzen.

Das Harmoniebedürfnis schließt bei Menschen mit Waage-Betonung auch das Äußere ein. Sie haben viel Sinn für Ästhetik in jeder Hinsicht. Die Schönheit der Form soll dem Inhalt Ausdruck verleihen, kann aber auch zum Selbstzweck werden. So spielt für Waage-Geborene auch die Kunst eine große Rolle.

Ein herausragendes Thema im Leben von Waage-Menschen sind Beziehungen zu anderen. Sie brauchen ein Gegenüber, um sich selbst zu definieren. Geselligkeit ist für ihr Wohlbefinden unerlässlich. Alleine fühlen sie sich unvollständig. Bei ihnen trifft der Begriff der "besseren Hälfte" in besonderer Weise zu.

Das Tierkreiszeichen Waage verleiht Achsen und Planeten, die sich in ihm befinden, Harmonie, Diplomatie und Charme.

Mit ihrem Oppositionszeichen Widder hat die Waage den Bezug auf das Gegenüber gemein. Während sich der Widder vor dem Du beweisen möchte, sucht die Waage den Ausgleich. Mit den anderen beiden Luftzeichen, Zwillinge und Wassermann, teilt sie die geistigen Interessen. Doch während der Zwilling diese einsetzt, um sich umfassend zu informieren, geht es der Waage darum, sich durch den Erwerb von Wissen ein möglichst objektives Urteil zu bilden. Der Wassermann wiederum setzt das Wissen ein, um der Menschheit oder der Gemeinschaft, der er sich zugehörig fühlt, einen Dienst zu erweisen. Von den beiden Zeichen, die zu ihr im Quadrat stehen, kann die Waage Einfühlungsvermögen ( Krebs ) und Eigenständigkeit ( Steinbock ) lernen.

 

Würden


In der Waage ist [[Saturn]] [[Erhöhung|erhöht]], [[Mars]] im [[Exil]] und die Sonne im [[Fall]].

 

 

Mythologie des Sternbilds


Als einziges Sternbild ist Libra ein Gegenstand, kein Mensch oder Tier. Für die Griechen war Libra kein eigenes Sternbild, sondern symbolisierte die Scheren des Scorpius ( Skorpion). In römischer Zeit stellte man sich das Sternbild als Waage vor - zum Zeitpunkt der Herbst-Tagundnachtgleiche stand die Sonne dort, wenn ein Ausgleich zwischen der Länge der Tage und der Nächte stattfand. Dies entspricht auch der sumerischen Tradition.

Die antike Mythologie bringt die Geschichte von Eros und Psyche mit der Waage in Verbindung. Dabei geht es um die vollkommene Beziehung, die nach langen Entbehrungen und Irrwegen gefunden wird. Die Königstochter Psyche ist so schön, dass selbst Aphrodite eifersüchtig auf sie ist. Deshalb beauftragt sie ihren Sohn Eros, Psyche zu töten. Der jedoch ist überwältigt von ihrem Anblick und berührt sich selbst mit dem Pfeil, der alle Menschen die Liebe spüren lässt. Er nimmt Psyche mit in seinen Palast, und sie lieben sich jede Nacht im Dunkel, ohne dass sie ihn jemals erblicken darf. Irgendwann möchte sie jedoch wissen, wer ihr Liebhaber ist. Sie zündet eine Ölkerze an und schaut in das Gesicht des Gottes der Liebe. Dabei tropft etwas Öl auf dessen Schulter, sodass er aufwacht und bemerkt, dass Psyche ihn erkannt hat. Darauf verschwindet Eros und mit ihm der Palast. Psyche findet sich auf einem einsamen Felsen wieder. Nach vielen entbehrungsvollen Aufgaben, die sie übernehmen muss, darunter der Abstieg in die Unterwelt, hat Aphrodite schließlich ein Einsehen. Sie lässt die Liebe zwischen beiden zu, die sich nun bewusst begegnen dürfen.