Die Haupt-Aspekte allgemein

 

Allgemein


Winkelverbindung zwischen zwei Planeten, aber auch zwischen einem Planeten und einer Achse. Dadurch kommt es zu einem Austausch der beteiligten Kräfte. Für die Gültigkeit von Aspekten gibt es einen bestimmten zu definierenden Spielraum, in der Fachsprache als Orbis bezeichnet. Ein Aspekt, der sich innerhalb dieses Orbis befindet, heißt plaktischer Aspekt. Liegt der Orbis bis innerhalb 1 Grad, nennt man den Aspekt exakt oder partil.

Es gibt Haupt- und Nebenaspekte, auch große und kleine Aspekte genannt.

Planeten, die keinen (Haupt-)Aspekt aufweisen, nennt man unaspektierte Planeten. Auch diesem Tatbestand misst man bei der Horoskopinterpretation eine Bedeutung bei. Mehrere Aspekte in einer bestimmten Anordnung bilden eine Aspektfigur.

 

 

Hauptaspekte


'''Hauptaspekte''' (auch ptolemäische Aspekte genannt) sind:

* Konjunktion (0 Grad) Konjunktion-Symbol
* Sextil (60 Grad) sextil-Symbol
* Quadrat (90 Grad) quadrat-symbol
* Trigon (120 Grad) trigon-symbol
* Opposition (180 Grad) opposition-symbol

 

 

Nebenaspekte


Es gibt eine Vielzahl von '''Nebenaspekten'''. Die wichtigsten sind:

* Halbsextil (30 Grad)
* Quinkunx (150 Grad) quincunx
* Quintil (72 Grad) Q oder Quintil-symbol
* Biquintil (144 Grad) BQ oder biquintil-symbol
* Halbquadrat bzw. Oktil (45 Grad) oktil-symbol
* Anderthalbquadrat (135 Grad) anderhalbquadrat-symbol
* Halbquintil bzw. Dezil (36 Grad)
* Septil (51 Grad 26 Minuten)
* Nonagon bzw. Nonil oder Novil (40 Grad)

 

Erwähnt werden sollen hier noch folgende Aspekte:

* Semihalbquadrat (22,5 Grad)
* Bilin (75 Grad)
* Trilin (105 Grad)
* Halbquintil/Tridezil (108 Grad)
* Tao (165 Grad)

 

 

Astrologische (Be-)Deutung

 

Es gibt harmonische bzw. synthetische Aspekte, bei denen sich die beiden beteiligten Planeten im Einklang miteinander befinden, und so genannte Spannungsaspekte, besser als analytische oder herausfordernde Aspekte bezeichnet. Früher unterteilte man die Aspekte in "gute" (etwa das Trigon) und "schlechte" (etwa das Quadrat) - eine Unterscheidung, die heute zunehmend in Frage gestellt wird. Denn die analytischen Aspekte bergen ein hohes Entwicklungspotenzial in sich: Sie stacheln dazu an, etwas zu unternehmen und sich mit den Reibungspunkten auseinanderzusetzen. Die synthetischen Aspekte hingegen können zu Trägheit führen.

Sind Saturn, Uranus, Neptun oder Pluto an einem Aspekt beteiligt, tritt diese Unterscheidung eher in den Hintergrund. Vielmehr ist das durch den jeweiligen Planeten beschriebene Thema entscheidend.

Die Deutung von Nebenaspekten kann zu vertiefteren und differenzierteren Aussagen führen, wenngleich schon die Hauptaspekte sehr weit reichende Aussagen ermöglichen.

Vor der Deutung der Aspektklasse - also ob es sich um ein Quadrat, ein Trigon etc. handelt - muss geklärt werden, welche Planeten bzw. welcher Planet und welche Achse hier aufeinander treffen, welche Kräfte sich also miteinander im Austausch befinden. Es ist wichtig, einen Aspekt immer in beide Richtungen zu deuten. Zwar geht man davon aus, dass der langsamere der beiden beteiligten Planeten ( Tagesbewegung ) auch derjenige ist, der dem anderen seinen Stempel nachhaltiger aufdrückt, doch fließt der Kräftestrom auch in umgekehrter Richtung. Bei einem Venus-Saturn-Aspekt beispielsweise verleiht auch Venus dem langsameren Saturn etwas von ihrer Charakteristik, sie macht ihn weicher.

 

Weitere Zuordnungen


Wenn ein Aspekt kurz davor ist, exakt zu werden, wenn sich also der schnellere auf den langsameren Planeten zubewegt, so spricht man von einem applikativen Aspekt. Hat er die Stelle der Exaktheit bereits überschritten und trennen sich die beiden Planeten wieder voneinander, so ist dies ein separativer Aspekt. Applikative Aspekte sind stärker wirksam als separative.

Nicht zu verwechseln sind diese Begriffe mit der Unterscheidung zwischen einem zunehmenden und einem abnehmenden Aspekt: Jedes Planetenpaar bildet im Rahmen eines Zyklus alle möglichen Aspekte miteinander, und zwar außer der Konjunktion und der Opposition, die in jedem Zyklus nur einmal vorkommen, jeden Aspekt zweimal. Aspekte, die innerhalb eines Zyklus zweimal zustande kommen, sind zunehmend, wenn sie nach der Konjunktion, aber vor der Opposition stattfinden, und abnehmend, wenn sie nach der Opposition und vor der Konjunktion stattfinden. Ein Beispiel dafür ist der zunehmende und der abnehmende Halbmond im Verlauf des Sonne-Mond-Zyklus ( Mondphase ). Bei einem zunehmenden Aspekt ist etwas im Wachsen begriffen, während in der abnehmenden Phase der Höhepunkt überschritten und eine gewisse Abgeklärtheit vorhanden ist.

Alle Aspekte mit einer Gradzahl teilbar durch 30 verbinden idealerweise bestimmte Tierkreiszeichen miteinander: Quadrate beispielsweise Zeichen derselben Qualität, Trigone Zeichen desselben Elements. Wenn sich die beteiligten Planeten aber nahe der Zeichengrenze befinden und man einen etwas weiteren Orbis zulässt, so trifft diese Regel nicht mehr notgedrungen zu. Man nennt das dann einen dissoziierten Aspekt. Wenn sich die Sonne beispielweise auf 3 Grad Stier befindet und der Mond auf 29 Grad Waage, so ist dies eine dissoziierte Opposition. Das eigentliche Oppositionszeichen von Stier ist Skorpion, während Stier und Waage im Quinkunxaspekt zueinander stehen. So bekommt die dissoziierte Opposition etwas vom Charakter eines Quinkunx.

 

( Quelle: AstroWiki )