Der Mond im Wandel

Symbol: 
Deutung
Der Mond gehört, zusammen mit der Sonne und dem Aszendenten, zu den drei wichtigsten Deutungsfaktoren im Horoskop. Als Gestirn, das ständig seine Gestalt ändert, ist der Mond das Symbol für Werden und Vergehen. In der Astrologie wird er, ebenso wie die Sonne, zu den sieben klassischen Planeten gerechnet. Er symbolisiert das empfangende Prinzip, dessen schöpferischer Akt darin besteht, etwas aufzunehmen, es umzuwandeln und dadurch etwas Neues hervorzubringen - so wie der Mond das Licht von der Sonne empfängt und einen silbrigen, geheimnisvollen Schein auf die Erde wirft.
Der Mond steht im Horoskop für die Gefühle, das Gemüt, für Stimmungen - dafür, wie man äußere Eindrücke verarbeitet. Er zeigt mit seiner Haus- und Zeichenstellung, wie jemand ganz unverstellt von Bewusstseinsprozessen spontan reagiert. So ist es naheliegend, dass kleine Kinder ihre Mondeigenschaften viel direkter ausleben. Zu Beginn des Lebens ist das Mondprinzip das wichtigste überhaupt. Frühestens nach der Pubertät bekommt das Sonnenprinzip mehr Gewicht ( Kinderastrologie ).
Im späteren Leben weist die Mondstellung im Horoskop dann auf die Erfahrungen hin, die ein Mensch in der Kindheit gemacht hat. Als "inneres Kind" begleiten sie ihn oder sie ein Leben lang. So erklärt sich der Bezug des Mondes zur Vergangenheit, wobei man bei diesem Begriff nicht von einem linearen Zeitbegriff ausgehen kann. Vielmehr geht es um die Vergangenheit, die in die Gegenwart hineinwirkt. In der karmischen Astrologie sieht man den Mond auch als "Gefäß karmischer Erinnerungen der Seele"( Claude Weiss ).
Der Mond symbolisiert das Nachtbewusstsein, wie es sich in Träumen, aber auch kurz vor dem Einschlafen oder in nächtlichen Wachphasen manifestiert. Zugleich steht er für das Instinkthafte, für das, was einem Menschen Wohlbehagen verschafft, und für seine Bedürfnisse.
Der Mond stellt das weibliche Prinzip dar, und zwar die mütterlich-nährende Seite. Im engeren Sinn steht er im Horoskop eines Menschen für dessen Mutter. Der Umlauf des Mondes um die Erde steht in direktem Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus der Frau. Im Horoskop einer Frau ist der Mond Teil ihrer weiblichen Identität, zusammen mit Venus. Entsprechend geben diese beiden Planeten im Horoskop eines Mannes Auskunft über dessen Frauenbild. Sofern eine Frau Kinder hat, sagt die Stellung des Mondes etwas über ihre Mutterschaft aus, ebenso über ihr(e) Kind(er). Somit spielt auch das Prinzip Geborgenheit bei der Mondinterpretation eine wichtige Rolle. Auf einer konkreten Ebene versinnbildlicht er die Wohnung bzw. das Zuhause.
Der Mond sagt nicht zuletzt etwas über den Körper eines Menschen aus. Dies erschließt sich, wenn man den Zusammenhang zwischen Körper und Gefühlen bedenkt (Psychosomatik).
Im Aspekt mit einem anderen Planeten oder einer Achse bezieht der Mond den betreffenden Horoskopfaktor in die Gefühlswelt mit ein.
Im Transit, der nur wenige Stunden spürbar ist, ist er Anzeiger von Stimmungen und Launen.
Im individuellen Geburtshoroskop, im Horoskop eines Landes oder eines Politikers steht der Mond für das Volk.
Würden
Der Mond ist Herrscher des Tierkreiszeichens Krebs und erhöht im Stier; im Steinbock befindet er sich im Exil und im Skorpion im Fall.
Körper
Der Magen als Organ, das die Nahrung aufnimmt, die weibliche Brust als Symbol für Weiblichkeit mit der ihr innewohnenden Fähigkeit zu nähren sowie die Gebärmutter als Fortpflanzungsorgan stehen in direkter Verbindung zum Mondprinzip. Der Zusammenhang zwischen dem Mond und den Körperflüssigkeiten Lymphe, Muttermilch, Samenflüssigkeit sowie den Schleimhäuten ergibt sich aus der direkten Beziehung vom Mond zu Flüssigkeiten, wie er sich beispielsweise in Ebbe und Flut oder im Abnehmen und Steigen der Säfte von Pflanzen und Bäumen zeigt. Auch das vegetative (autonome) Nervensystem wird dem Mond zugeordnet, nämlich in seiner Eigenschaft als "Ausführungsorgan des unbewussten Geschehens" (Rüdiger Dahlke ). Interessanterweise galt das vegetative Nervensystem in der westlichen Medizin lange Zeit als nicht willentlich beeinflussbar. Indische Yogis haben allerdings gezeigt, dass das nicht der Fall ist.
Mythologie
In der Mythologie nahezu aller Völker wird der Mond mit Göttinnen in Verbindung gebracht. Ihre Anzahl ist kaum überschaubar, zumal den verschiedenen Mondphasen unterschiedliche Göttinnen zugeordnet werden. Die älteste griechische Mondgöttin ist Selene, deren zwei Töchter Zeus als Vater haben. Selene wurde später von Artemis (lateinisch Diana) verdrängt, der Zwillingsschwester Apollons, um die sich mehr Mythen ranken. Sie war die jungfräuliche Herrin der Jagd und der Tiere. In Begleitung ihrer jungen Gefährtinnen schweifte sie durch die Wälder. Männer, die ihr nicht genügend Respekt zollten, wurden hart bestraft, häufig mit dem Tode. Mit Artemis begann bei den Griechen die Zuordnung der Göttinnen zu den Mondphasen. Als unabhängige, wilde Reiterin symbolisiert sie den zunehmenden Mond. Sie ist aber auch eine alte Muttergottheit und hat als solche Bezug zum Vollmond. Dem trägt auch ihre "Verrücktheit" Rechnung - der der Vollmond bekanntlich Vorschub leistet -, die in ihrer Grausamkeit, ihrer Ekstase und ihren teils phallischen Attributen zum Ausdruck kommt. Die weiblich-nährende Facette des Vollmondes repräsentiert Hera (lateinisch Juno), Gemahlin des Zeus und Hüterin von Familie und Heim. Hekate schließlich, die Furcht erregende Göttin des Dunkels und des Todes, gehört zum Neumond. Sie ritt nachts auf schwarzen Pferden aus und brachte Alpträume. Unter allen anderen Gottheiten, so heißt es, hat Zeus niemanden mehr geachtet als sie.
Astronomie
Der '''Mond''' ist der einzige natürliche Trabant der Erde. Sein Äquatordurchmesser beträgt 3476 Kilometer, die mittlere Entfernung von der Erde 384.400 Kilometer. Er wendet uns stets dieselbe Seite zu. Für eine Erdumrundung braucht er 27 Tage, 7 Stunden und 43 Minuten, gemessen von einem Durchgang des Mondes durch den Stundenkreis eines Fixsterns bis zum nächsten Durchgang (= siderischer Mondmonat ). Misst man hingegen den Zeitraum zwischen zwei gleichen Mondphasen - etwa von einem Neumond zum nächsten -, so kommt man auf 29 Tage, 12 Stunden und 44 Minuten (= synodischer Mondmonat ). Die durchschnittliche Tagesbewegung des Mondes beträgt 13 Grad 10 Minuten.
Von der Erde aus gesehen hat der Mond - in Bogengraden und -minuten gemessen - einen mittleren Durchmesser von 31 Minuten. Je nach Abstand des Mondes von der Erde kann er etwas größer oder auch etwas kleiner wirken; man nennt dies Erdnähe ( Perigäum ) und Erdferne ( Apogäum ) des Mondes. Die Sonne hat aus Erdsicht einen mittleren Durchmesser von 32 Minuten. Sonne und Mond scheinen also von hier aus gesehen dieselbe Größe zu haben - ein Umstand, der für die Astrologie von erheblicher Bedeutung ist, nimmt sie doch die Himmelserscheinungen, wie sie sich von der Erde aus darstellen, als Grundlage ihrer Deutungen. Merkt man sich einen halben Bogengrad für die Größe von Mond- und Sonnenscheibe, so hat man bei der Betrachtung des Himmels ein hilfreiches Augenmaß.
Der Mond kann niemals rückläufig werden.
Die [[Mondphase]]n sind: Neumond (= Sonne-Mond-Konjunktion), zunehmender Mond (= Sonne-Mond-Quadrat ), Vollmond (= Sonne-Mond-Opposition ) und abnehmender Mond (= Sonne-Mond-Quadrat).
( Quelle: AstroWiki )