Pluto - Transformation und Untergrund


( Pluto (Hades) entführt Proserpina )

 

Symbol: Pluto-Symbol

 

Astrologische (Be-)Deutung


Zusammen mit Uranus und Neptun ist Pluto einer der drei geistigen Planeten, die über die Grenzen der Materie, die von Saturn symbolisiert wird, hinausweisen. Insbesondere Pluto berührt dabei zutiefst beängstigende Ebenen. In die Zeit seiner Entdeckung (1930) fallen das Aufkommen des Nationalsozialismus sowie die Entdeckung der Kernspaltung (1938). Deshalb wird Pluto auch mit Massenbewegungen und kollektiven Phänomenen in Verbindung gebracht sowie mit tief greifenden Wandlungsprozessen.

Es ist jedoch zu kurz gegriffen, nur die bedrohliche Seite von Pluto zu sehen, denn er steht nicht nur für die Krise, sondern dadurch, dass er alles Verdrängte und Verbotene ans Licht zerrt, letztlich für Ganzwerdung und Heilung. Pluto ist das Symbol für Transformation im Sinne einer umfassenden Wandlung, die Kräfte von einer Intensität und Urgewalt freisetzen kann, die kaum für möglich gehalten werden. Ob diese Kräfte genutzt werden, um der Gemeinschaft zu dienen oder um egoistische Interessen durchzusetzen, ist eine andere Frage.

Plutothemen sind Macht und Ohnmacht, fixe Leitbilder, Projektionen, absolute Gewissheiten, Abhängigkeit bis hin zu seelischen Verstrickungen, Sexualität, Tabuthemen aller Art wie auch die persönliche Regenerations- und Überlebensfähigkeit nach und durch Krisen, die Sippenkräfte, -eigenschaften und -normen. Im besten Sinne steht Pluto für die vollkommene Hingabe an den Augenblick und damit für höchste Intensität, für den wahren Kern einer Sache, für enorme Heilkräfte. Pluto weist auch auf kollektive Notwendigkeiten hin, denen sich der Einzelne beugen muss.

Im Bereich der Finanzen sind Schulden/Kredite, auch im übertragenen Sinne, eine Pluto-Analogie wegen ihre Bezuges zum 8. Haus im Horoskop.

Durch seine langsame Umlaufzeit steht Pluto im Horoskop ganzer Generationen im selben Zeichen (er hält sich unterschiedlich lang in den einzelnen Tierkreiszeichen auf - zwischen 12 und 32 Jahren). Daher ist im individuellen Horoskop in erster Linie die Hausstellung zu deuten, dann die Zeichenstellung. Die Hausstellung sagt etwas darüber aus, in welchem Bereich ein Mensch in seinem Leben tiefsten Wandlungsprozessen unterliegt, aber auch wo er über den größten inneren Reichtum verfügt und wo er mit Macht und Abhängigkeit konfrontiert ist.

Im Aspekt zu anderen Planeten oder zu einer Achse steht Pluto für eine Intensivierung des betroffenen Faktors, für Stirb-und-werde-Prozesse und für Tiefgang.

Wenn er im Transit einen anderen Planeten oder eine Achse berührt, wandelt er den damit verbundenen Bereich vollkommen. Dieser Prozess ist häufig mit Schmerzen verbunden, denn er erfordert immer das Aufgeben von etwas, das überholt ist. Am Ende führt er indes zu Ganzheit und Heilung.

 

Würden

Pluto ist Herrscher des Zeichens Skorpion und im Stier im Exil. Er ist erhöht im Löwen und im Wassermann im Fall.


Körper

Pluto unterstehen die Sexualorgane, die dem Menschen beim Geschlechtsverkehr den "kleinen Tod", wie die Franzosen den Orgasmus nennen, verschaffen, aber auch Dickdarm und Mastdarm, wo unverwertbare Nahrungsreste zersetzt und ausgeschieden werden.

 

Mythologie

Hades (lateinisch Pluto) war der Herrscher über die Unterwelt, das Totenreich. Er und seine Brüder Zeus ( Jupiter ), der Herr des Himmels, sowie Poseidon ( Neptun ), der Herr der Meere, hatten nach der Entmachtung ihres Vaters Kronos das Universum unter sich aufgeteilt. Hades' Reich war besonders gefürchtet. Die Griechen glaubten, die Menschen lebten dort als Schatten ihrer ehemaligen Existenz und gingen ohne Bewusstsein den Betätigungen nach, die sie auf der Erde ausgeübt hatten. Hermes begleitete die Toten über den Fluss Styx, der die Grenze zur bewussten Welt bildete. Auf der anderen Seite wachte der Höllenhund Kerberos darüber, dass niemand die Unterwelt mehr verließ. Außer Merkur durften nur wenige Helden, darunter Herakles, Odysseus und Psyche, in die Unterwelt hinab- und wieder hinaufsteigen - Hades' Welt war ein Reich ohne Wiederkehr.

Da Pluto von den Menschen mehr gefürchtet als verehrt wurde, ranken sich nur wenige Mythen um ihn. Der bekannteste handelt von seiner Frau Persephone, der Tochter der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter. Hades hatte hinter beider Rücken mit Zeus ausgehandelt, dass Persephone seine Frau werden sollte. Dazu musste sie Narzissen pflücken, die Hades geweihten Blumen. Obwohl ihre Mutter sie davor eindringlich gewarnt hatte, verführte Zeus sie auf einem besonders schönen Narzissenfeld dazu. Kaum hatte sie eine gepflückt, tat sich die Erde auf, und Hades raubte Persephone. Als ihre Mutter daraufhin alles verdorren ließ und Zeus fürchten musste, dass es bald keine Menschen mehr geben würde, die ihm Opfer bringen konnten, verhandelte er mit seinem Bruder über die Rückkehr von Persephone. Bevor sie sich aufmachte, gab ihr Hades einen Granatapfel, das Symbol für die Ehe. Persephone biss hinein und somit war sie auch an Hades gebunden. Schließlich verbrachte sie zwei Drittel des Jahres über der Erde und ein Drittel bei ihrem Ehemann in der Unterwelt; ein Symbol dafür, dass zur Ganzheit die bewusste und die unbewusste Welt gehören.

Das Erschreckende von Hades wurde in späterer Zeit dadurch abgemildert, dass er mit Pluton, dem Gott des Reichtums, gleichgesetzt wurde.

 

Astronomie

Pluto galt lange Zeit als der am weitesten von der Sonne entfernte Planet. Er wurde am 18. Februar 1930 von Clyde William Tombaugh im Observatorium von Flagstaff, Arizona, entdeckt, nachdem Percival Lowell schon einige Jahre vorher einen weiteren Planeten jenseits von Neptun vermutet und wichtige Forschungen in dieser Richtung unternommen hatte. Erst am 13. März gaben die Astronomen die Entdeckung bekannt. Pluto ist mit einem Äquatordurchmesser von 2 320 Kilometern relativ klein. Die mittlere Entfernung von der Sonne beträgt 5 960 Millionen Kilometer. Für einen Umlauf um die Sonne auf einer relativ exzentrischen Bahn benötigt er 248 Jahre, wobei seine Bahn gegenüber denjenigen der anderen Planeten stark geneigt ist. Nahe seines Perihels befindet sich Pluto innerhalb der Bahn Neptuns, das Perihel befindet sich etwa in der Mitte des Sternzeichens Skorpion. Seine Tagesbewegung beträgt maximal 2,3 Bogenminuten, im Durchschnitt sind es 14 Bogensekunden.

Seit dem 24. August 2006 gilt Pluto astronomisch nicht mehr als Planet, denn zu diesem Zeitpunkt hat die Internationale Astronomische Union den Begriff "Planet" neu gefasst. Pluto gilt seitdem als Zwergplanet der Sonderkategorie der [[Plutoid]]e. Seiner astrologischen Bedeutung tut dies jedoch keinerlei Abbruch, lediglich seine Rolle als Hauptherrscher des Skorpion kann dadurch in Frage gestellt werden (siehe hierzu auch: [[Mars]]).

Name

Bereits 1897 postulierte der französiche Astronom Charles Nicoullaud (Pseudonym: Fomalhaut) in seinem ''Traité d'astrologie sphérique et judiciaire'': "''Es gibt einen Planeten jenseits von Neptun, der Pluto heißt''", allerdings postulierte er sein Domizil im Widder.

Dr. Wilhelm Mrsic schreibt zum Thema Namensgebung 1931: "''... Bemerkenswert ist vielleicht auch, wie es dazu kam, daß der neuentdeckte Planet gerade "Pluto" genannt wurde. Wie die Science, vol. 71, No. 1850, 1930, berichtet, war der Planet bei seiner Entdeckung einfach als Planet X bezeichnet worden. Nach dem Bekanntwerden seiner Auffindung ging der erste Vorschlag zu seiner Benennung von einer kleinen 11jährigen Engländerin, Venetia Burney, in Oxford aus, die den Namen Pluto vorschlug, den dann der  Vater sofort an die Lowell-Sternwarte telegraphierte, wo er als erster einlaufender Vorschlag auch angenommen wurde...'' "  (Dr. Wilhelm Mrsic: "Symbol für den Planeten Pluto." in ZENIT, Zentralblatt für astrologische Forschung, 2. Jahrgang, Mai 1931, Heft 5, S. 202, Herausgeber Dr. Hubert Korsch, Verlag Otto Fritz, Düsseldorf )

( Quelle: AstroWiki )