Allgemeine Anmerkungen zu den Qualitäten

 

Neben der Einteilung in die Elemente ist diejenige in Qualitäten eine weitere wichtige Unterteilung des Tierkreises. Die drei Qualitäten sind: kardinal, fix und veränderlich. Für Letztere gibt es auch die Bezeichnungen beweglich oder auflösend, gelegentlich ist aus sprachlicher Unachtsamkeit von labil die Rede. Je vier Zeichen sind einer der drei Qualitäten zugeordnet. Sie liegen in einem Winkelabstand von 90 Grad zueinander, bilden also zusammen ein Kreuz.

Das kardinale Kreuz umfasst Widder, Krebs, Waage und Steinbock. Kardinal steht für die aufbauende, schöpferische, schnelle Kraft. Bei einer Betonung kardinaler Zeichen im Horoskop wird man gern neue Impulse aufnehmen, tut sich jedoch schwer, das Erreichte abzusichern. Darauf folgt das fixe Kreuz mit den Zeichen Stier, Löwe, Skorpion und Wassermann. Fix, im Sinne von fixieren, steht für die erhaltende, stabilisierende Kraft. Sind die fixen Zeichen betont, ist man stabil und ausdauernd und hält gern fest, läuft aber Gefahr, den richtigen Zeitpunkt zum Loslassen zu verpassen. Schließlich kommt das veränderliche Kreuz mit den Zeichen Zwillinge, Jungfrau, Schütze und Fische. Es ist die auflösende, schon auf das Neue verweisende Kraft. Ein Mensch, in dessen Horoskop die veränderlichen Zeichen betont sind, kann Dinge zu Ende bringen und Neues vorbereiten und ist anpassungsfähig, tut sich jedoch schwer, Anregungen konkret aufzugreifen und durchzusetzen.

Alles, was sich in einer materiellen Erscheinungsform manifestiert, muss zunächst aufgebaut, dann stabilisiert und schließlich aufgelöst werden. Die Qualitäten geben jedem der vier Elemente unterschiedliche Nuancierungen: Die drei Feuerzeichen kommen in den drei Qualitäten vor und ebenso die drei Erd -, die drei Luft- und die drei Wasserzeichen.

In vielen alten Kulturen gilt die Dreiheit aus schöpferischer, fixer und auflösender bzw. zerstörerischer Kraft als das Symbol des Göttlichen schlechthin. Sie steht auch für die Einteilung in Seele (kardinal), Körper (fix) und Geist (veränderlich). Im Hinduismus ist Brahma der Schöpfer, Vishnu der Bewahrer und Shiva der Zerstörer. Dem entspricht die Einteilung in Gottvater, Sohn und Heiliger Geist der christlichen Kirche. Allerdings geht es beim Heiligen Geist im Gegensatz zu Shiva eher um die auflösende als um die zerstörerische Kraft. In der englischen Sprache setzt sich das Wort Gott zusammen aus G wie genesis (Entstehung), O wie obtain (bewahren) und D wie destroy (zerstören).

( Quelle: AstroWiki )