Das elfte Haus des Horoskopes

 

Analoges Tierkreiszeichen: Wassermann

Herrscherplanet: Uranus (früher: Saturn )

Element: Luft

Qualität: fix

Geschlecht: männlich

Quadrant: vierter Quadrant, Taghälfte

Natur: kristallklare, eisige Winterluft, Eis

Farbe: eisblau, metallische Farben, blaugrün

Archetyp: Mäzen, Narr, Revolutionär, schrulliger Professor

Körperbereich: Unterschenkel, Sprunggelenk, Nervensystem; (siehe auch medizinische Astrologie )

Materielle Ebene und Analogien: Gewitter, Clowns- und Narrenmaske, Zauberstab, Jonglierspiele, Zeitsprung, Erfindung.

 

 

Astrologische (Be-)Deutung


Das elfte Haus steht für Freunde, Gruppen, geistige Bruderschaften und Gönner. Hier geht es darum, sich mit Gleichgesinnten zusammenzuschließen und für gemeinsame Ziele einzutreten. So gehören zu diesem Haus Vereine, Interessensvertretungen, Parteien, Wahlverwandtschaften wie auch freie Wahlen aller Art. Im weiteren Sinn umfasst die Gemeinschaft die ganze Menschheit. Somit ist mit dem elften Haus auch das angesprochen, was dieser dient und was zukunftsträchtig ist. Typischerweise geschieht dies z. B. über das Eintreten für humanitäre Ziele, für Reformen, Emanzipation.

Im Unterschied zum fünften Haus, in dem es darum geht, was man für sich selbst privat-persönlich tut, als Ausdruck der subjektiven privaten Empfindungen, beschreibt das elfte Haus den Einsatz für die Gesellschaft, die Verankerung und Verwurzelung in der Gesellschaft, bei Gleichgesinnten und Freunden . Das Zeichen an der Spitze des elften Hauses sowie etwaige darin vorhandene Planeten sagen etwas darüber aus, in welcher Weise jemand zum Wohl des Ganzen beiträgt, gefördert wird oder im herausfordernden Fall sich eher verhindert oder blockiert fühlt (negative Projektion).

Nicht zuletzt beschreibt dieses Haus Wünsche und Hoffnungen, den Zeitgeist und es gibt Auskunft darüber, ob und wie jemand seinerseits durch andere gefördert wird.

 

 

Protektion, Förderer, Mäzene und Gönner


Seit je her war das elfte Haus das Haus der Protektion durch andere, das Haus, in dem Gönner beheimatet sind, Personen, die als Mäzene tätig sind, die andere unterstützen, schützen und fördern. Häufiger können das auch höhergestellte Persönlichkeiten sein, die helfen.
Der Protegé ist ein typische Figur dieses Hauses, die Protektion ein typisches Merkmal. Auch aus diesem Grunde hatte das elfte Haus allgemein zumindest in der früheren Geschichte der Astrologie immer einen ausgesprochen guten Ruf.

 

Wahlverwandtschaft und Gleichgesinnte


Eine der Wirkungsebenen des elften Hauses bezieht sich auf die Wahlverwandtschaften, auf freundschaftliche Beziehungen jenseits der familiären und Sippenverwandtschaft. Häufig gründen sich Wahlverwandtschaften unmittelbar auf gleiche Gesinnung, es sind aber weniger auffällige Gemeinsamkeiten möglich als unmittelbar bewusste und formulierte Gesinnungen.
Die Beziehungen unter Gleichgesinnten in Form von Freundschaften dominieren natürlich im elften Haus.



Freunde jenseits der sozialen und Standesgrenzen


Das elfte Haus ist der Ort im Horoskop, der Freundschaften nicht nur unter Gleichgesinnten ermöglicht, sondern nicht weniger unter Personen unterschiedlicher, unterschiedlichster sozialer und familiärer Herkunft. Der Mäzen und Gönner unterstützt ganz in diesem Sinne eben auch Personen nicht aus seiner Schicht. Und Freundschaften entstehen zwischen Personen ganz unterschiedlicher Herkunft.
Daran wird eine der vor allem moderneren Qualitäten des elften Hauses deutlicher, die der Gleichheit aller, egal welcher Herkunft, Hautfarbe und sozialer Abstammung, Bildung und Berufung.

 

Teamarbeit


Bei einer positiven Verankerung und Betonung des elften Hauses im Horoskop, durch geeignete Planeten und Aspekte und Tierkreiszeichen, wird die Arbeit im Team von erheblicher Bedeutung sein für den Betroffenen. Man kann dabei oft feststellen, dass sie faire Teamplayer sind, die jenseits persönlicher Vorlieben und subjektiver Empfindungen und Meinungen gerne gleichberechtigt mit anderen zusammenarbeiten, unter Zurückstellung persönlicher Vorlieben und Bedüfnisse.
Die Teamarbeit in einem Geiste der Gleichberechtigung, des Respektes und Hierarchieoffenheit bildet damit eine für Viele ganz konkret erfahrbare, hervorgehobene Qualität des elften Haus.

 

Das soziale Individuum


Tritt man im fünften Haus als subjektiv-persönliches Individuum auf, so findet sich im elften Haus die Rolle als soziales Individuum als Teil der Gesellschaft, der gesellschaftlichen sozialen Strukturen, wird man in seiner sozialen Rolle wahrgenommen, gesehen, wirksam oder auch aktiv. Im Unterschied zum zehnten Haus, das ja auch ein gesellschaftlich-überpersönliches Haus darstellt, ordnet man sich im elften Haus nicht den üblichen überkommenen Hierarchien, Normen, Grenzen, Leistungszwängen und Autoritäten unter, sondern gewinnt seinen eigenen sozialen, politischen, gesellschaftlichen und geistigen Standpunkt und Wert.

 

Individuation


Mit der Wahrnehmung der sozialen Rolle in der Gesellschaft als Individuum wird bereits ein Schritt in Richtung der Individuation gegangen, die vielfach dem elften Haus zugerechnet wird, sofern die Individuation als Entwicklungskonzept im menschlichen Leben berücksichtigt wird.
Individuation findet z. B. statt, wenn man die Werte und Normen und Anforderungen vor allem der Herkunftsfamilie, 4. & 5. Haus, des Familienverbundes abstreift und zur ganz eigenen, selbst gewählten Skala von Werten und Normen und zu eigenen gewählten (Lebens-)Wegen gelangt.
Das elfte Haus bietet dafür die Basis und die mentalen und geistigen Energien, Anregungen und Unterstützungen.

 

Freiheit


Modernerer Herkunft ist die Verknüpfung des elften Hauses mit allen Arten und Gedanken der Freiheit, auch Gleichheit oder Brüderlichkeit (im Geiste).
Das elfte Haus kann die Impulse geben zur Freiheit des Individuums, wie auch die Selbstbestimmung eine Qualität wohl vor allem des elften Hauses ist.

 

Reform, Emanzipation, Evolution, Revolution


Besonders progressive gesellschaftliche und politische Ideen und Gedanken wie alle Bemühungen jeder Art von Reformen, von Emanzipation, nicht nur von Frauen, der Fortentwicklung/Evolution oder plötzlichen radikalen Veränderung stellen ein typisches weiteres bekanntes und wiederum moderneres Potential des elften Hauses dar. Konserviert das zehnte Haus insbesondere die bislang bestehenden, überkommenen Strukturen, Hierarchien und Normen, führt das elfte in eine Phase, in der überkommene, hindernde, blockierende Normen, Gesetzte und Strukturen modifiziert, verändert und aufgebrochen werden. Auch um dem Einzelnen wieder eine zeitgemäße und angemessene Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

 


Vereine und freiwillige Zusammenschlüsse


Allgemein verankert man alle freiwilligen Zusammenschlüsse von Personen und Vereinen im elften Haus, da sie i. d. R. Gemeinschaften von Gleichgesinnten darstellen, die zu einem bestimmten Ziel eine Gemeinschaft bilden. Und die Vereine unterliegen häufig internen Wahlen, mit denen Positionen auf Zeit besetzt werden, befristet und für Wahlperioden.


Parteien und Interessensvertretungen


Politische Parteien und Interessensvertretungen aller Art wie Gewerkschaften, Berufsverbände, Interessensverbände, Bürgerinitiativen etc. werden meist dem elften Haus zugerechnet aufgrund der Gesinnungsgemeinschaft, des freiwilligen Zusammenschlusses, der Wirkung auf gesellschaftlicher Ebene und der vielfach durch Wahlen bestimmten Organe. Die Formulierung eines Programmes, eines Zieles ist von zentraler Bedeutung dieser Zusammenschlüsse und ihrer Wirkung auf Gesellschaft, Politik und Individuum.

 

Wahlen, gewählte Versammlungen und Politik


Mit der Verortung der modernen Politik im elften Haus werden i. d. R. freie und gleiche Wahlen verbunden, gewählte Parlamente und politische Betätigungen aller Art. Dazu zählen Gemeinderatswahlen wie Wahlen in einem großen Verband oder Verein, der Bundestag wie auch ein Kreistag in einem Landkreis.

 

Wünsche und Hoffnungen


Ganz traditionell ist das elfte Haus seit dem Altertum das Haus der Wünsche und Hoffnungen. In der antiken griechischen Astrologie nannte man es zudem Haus des guten Geistes. Jupiter steht im elften Haus nach antiker Astrologie in seiner Freude und verkörpert damit klassisch alle guten Wünsche und Hoffnungen.

 


Zukunft und Vergangenheit


Zukunftsträchtige Ideen und Gesinnungen und Entwicklungen sind mit dem elften Haus verbunden wie man gerne auch Zukunftsforscher und Zeitreisen am ehesten hier verankert. Zum Merkmal der (ausgedachten) Zeitreisen gehört, dass diese sowohl in die Zukunft führen können wie auch in die Vergangenheit. Längst zurückliegende Epochen des Altertums sind dem elften Haus zurechenbar wie futuristische Szenarien. Der Archäologe kann eine Betonung des elften Hauses aufweisen wie der Zukunftsforscher.

 

Der Blick von oben

Die Distanz des elften Hauses zur irdischen und menschlich-subjektiven, privaten und persönlichen Welt, dessen Grenze man mit dem 10. Haus erreicht hat, wird vielfach mit dem Flug verbunden, seit es dem geistigen oder echten in einem Flugzeug, „abgehobenen“ Ansichten und Ideen oder eben auch mit dem der Vögel. Oder mit dem Blick von einer Bergspitze oder auch Turmspitze.
Die Übersicht über alles Subjektive und Irdische ermöglicht insbesondere das elfte Haus in einem Horoskop. Damit eignet es sich auch gut für alle neuen Perspektiven und Sichtweisen jenseits der bekannten tradierten und vorhandenen Strukturen und Lösungswege.

 

( Quelle: weitgehend AstroWiki )