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Elektionsastrologie

Der zweite Oldtimer unter den verschiedenen Traditionsmethoden der Astrologie, dessen Arbeits- und Deutungsmethoden sich seit vielen Jahrhunderten kaum geändert haben. Die Anwendung bezieht sich auf den optimalen Zeitpunkt für eine Handlung, den Beginn einer Unternehmung. Ganz praktisch kann das die standesamtliche Hochzeit sein, eine Ladeneröffnung, eine wichtiger Vortrag. Eigentlich wird dabei von der Astrologin, dem Astrologen vor allem versucht, bekannte herausfordernde klassische Planetenkonstellationen zu vermeiden.

Natürlich wird man als Astrologe nun öfter gefragt, ob der OP- oder Zahnarzt-Termin denn "gut" wäre - ich kann Sie beruhigen, die meisten sind es, wie einfach die Erfahrung zeigt. Vielleicht haben Sie schon davon gehört, Eingriffstermine auf jeden Fall zu vermeiden, wenn der Mond in dem Tierkreiszeichen steht, das den betroffenen Körperteil, das Organ beherrscht nach astromedizinischer Lehre.

Manche lassen sich sogar nur bei bestimmten Mondpositionen die Haare schneiden, oder gehen nur zum Zahnarzt, wenn der Mond nicht im Widder steht.

Wenn es nun wirklich große, schwere OPs sind, macht ein Blick auf die Himmels-Konstellationen vielleicht schon Sinn, wenn man Termine zur Auswahl hat. Auch hier gilt es, Ihre aktuelle Zeitqualität aus dem Geburtshoroskop zu berücksichtigen, sie hat erheblichen Einfluss.

Grundsätzlich gilt zu bedenken, dass unser heutiger, vor Jahrhunderten noch gänzlich unvorstellbarer medizinischer Standart bei herkömmlichen Eingriffen eine große Sicherheit bietet.

Wenn es nun z. B. um Ladeneröffnungen geht, so wird das wichtigste Anliegen sein, größere Schwierigkeiten möglichst zu vermeiden; wenn der Start gleich gut gelingt, kann man spätere Herausforderungen, die nun sehr wahrscheinlich auch bei tollen Geschäftsentwicklungen auftreten werden, besser bewältigen. Wo nun die Basis, die Planetenkonstallationen etc., also gar nicht mit dem Ziel und Bereich des Ladens, der Unternehmung übereinstimmt, sucht man sich sinnvollerweise einen alternativen Eröffnungs- oder Starttermin. Und dafür erstellt man ein richtiges Horoskop, es sieht so aus wie ein Geburtshoroskop, das Elektionshoroskop.

Es werden die günstigsten Konstellationen errechnet, um ein bestimmtes Projekt in Angriff zu nehmen. In früheren Zeiten spielten Elektionen eine wesentlich wichtigere Rolle in der Astrologie als heute. Bereits in der Spätantike war die Elektions-Astrologie weit verbreitet. So werden im Werk von Dorotheos von Sidon oder Vettius Valens Elektionshoroskope behandelt, damals unter dem Begriff katarchai (griech.;= Anfänge).

Da es nie die perfekte Konstellation gibt, lautet der wichtigste Grundsatz, unpassende Konstellationen zu vermeiden. Die Elektionsastrologie arbeitet wie die Stundenastrologie, als deren Teilgebiet sie auch angesehen wird, mit den alten Herrschern, also Mars als Herrscher von Skorpion, Saturn von Wassermann und Jupiter von Fische. Auch die anderen Deutungsfaktoren entstammen der klassischen Astrologie. Es geht um sehr konkrete Aussagen, und ebenso konkret und eindeutig sind die Regeln der Interpretation. Allerdings zieht man auch das Radixhoroskop desjenigen, für den der Termin gesucht wird, hinzu und überprüft es auf die aktuellen Transite.

Für die Festlegung des bestmöglichen Termins muss auch der gültige Zeitpunkt bestimmt werden. Dies ist etwa bei einer Heirat der Moment, in dem die beiden Eheleute auf dem Standesamt die Urkunden unterschreiben oder sich das Ja-Wort geben. Nicht immer lassen sich jedoch Termine exakt selbst festlegen, man denke etwa an (Not-)Operationen. Dann sind nach Möglichkeit unpassende oder gar ungünstige Konstellationen zu umgehen.

Die Elektionsastrologie nimmt für sich in Anspruch, dass Unternehmungen, die zu einem nach ihren Regeln bestimmten Termin begonnen wurden, zu besseren Ergebnissen führen.

 

( Quelle: teilweise Astro-Wiki )