Bis(s) zu den tiefen Sehnsüchten

 

 

Ein neuer Vampir-Roman

 

Im Oktober 2005 wurde in den USA eine Art neuer Vampirroman, für Jugendliche vorallem, veröffentlicht, Twilight oder Bis(s) zum Morgengrauen, von der Autorin Stephenie Meyer. Neu insofern, als dass der Vampir nicht mehr genuin bedrohlich in Erscheinung trat oder durch seine Handlungen wirkte, sondern zum Sehnsuchtsobjekt einer Teenagerin gerinnt. Denn Edward, so sein Name, sucht keine neuen Opfer, sondern er lebt, wie weitgehend seine Familie, ohne den alten Zwang, nächtlich zu neuen menschlichen Blutquellen aufzubrechen, und dies aufgrund einer ausgeprägten geistigen und ethischen Abwendung von den tradierten und vererbten Lebensgrundlagen der Vampire.

Es besteht in dieser Roman-Reihe teilweise eine Handlungsumkehr zum traditionellen männlichen Vampir-Motiv, eine Frau ggf. (nächtlich) zu "erobern", zu überwältigen und sie gegen ihren Willen in die Vampirwelt zu holen. Bella reagiert nicht mehr in der traditionellen weiblichen Opferrolle, eher geht von ihr die Initiative aus, teilweise wehrt Edward, der Vampir, ihre Wünsche ab.

 

 

Die Film-Reihe

 

Die filmische Adaption weicht von den Romanen ab und erreicht damit und in Verbindung mit Filmbüchern, Biographien zu den Darstellern, Filmmusik-CDs, T-Shirts und sonstigen Merchandising-Artikeln ein noch weiteres Publikum. Selbst breitere Nichtleser-Schichten wurden nun Teil der Bis(s)-Bewegung.

Bella verliebt sich (filmisch) in den eher scheuen, zurückhaltenden Edward, der Bella nicht zu nahe kommen lassen möchte, um sie nicht zu gefährden oder gar ins Reich der Vampire & der vampirischen Unsterblichkeit, freiwillig oder unfreiwillig, zu ziehen. Was immer noch geschehen könnte, würde sie mit seinem Blut irgendwie soweit in Berührung kommen, dass es mit ihrem oder ihrem Körper innerlich in Kontakt kommt.

Der Erfolg des ersten Teil Bis(s) zum Morgengrauen wie der folgenden, ursprünglich zwei, inzwischen drei, weiteren Teile dieser modernen Liebes-Saga zu einem Vampir hat (nicht nur) die Jugendliteratur verändert, eine Welle von immer neuen mehr oder weniger klassischen wie modernen Vampirgeschichten prägte die folgenden Jahre in der Literatur bis heute nicht nur für die Jugendlichen bzw. vorallem für die Teenagerinnen.

Bei der Bis(s)-Reihe bleibt festzuhalten, dass Bella und Edward die ersten drei Verfilmungen lang keine konkrete körperliche Liebesbeziehung eingehen, selbst Küsse sind sehr selten. Es bleibt weitgehend die Sehnsucht, das Versprechen der Liebe, die Enthaltsamkeit, die von den besonderen Umständen bedingt und ausgelöst werden.

 

Das klassische Vampir-Thema kann als ein plutonisches gedeutet werden, sofern der Vampir eben nicht das Tageslicht sehen darf und seine Körperenergie aus dem Blut vorallem von lebenden Menschen gewinnt und genauso wenig unter den sterblichen Kreaturen der Erdoberfläche lebt. Sein Bluthunger, um in seiner Schattenwelt wenigsten lebendig zu sein oder zu scheinen, findet seine symbolische Entsprechung in einem Skorpion-Mars, da zu einem der Biss dem Mars und das Blut ebenfalls Mars als (altem) Skorpion-Herrscher zugeordnet werden, die Notwendigkeit aber, sich von noch lebenden Menschen (nächtlich) nähren zu müssen, deutlich auf Skorpion- und Pluto-Energien zeigt.

Doch wenn Edward, der moderne Vampir-Freund von Bella, ohne die Blutaufnahme von Menschen (über-) lebt, kann man eher erwarten, dass die Mars-Qualität nicht mit dem Tierkreiszeichen Skorpion gekoppelt ist.
Andererseits ist besonders die Beziehung mit einem Vampir verstärkt in der Konstellation Venus-Pluto zu finden (analog mit Pluto in der Waage oder Venus im Skorpion), wie die Beziehungs-Thematik mit dem Tierkreiszeichen Waage besonders verbunden ist.

Sind diese Qualitäten astrologisch sichbar in Verbindung mit dem Marktauftritt des ersten Bandes der Bis(s)-Reihe?

Das Tageshoroskopes des Erscheinens des ersten Bandes, in NY/USA am 5. Oktober 2005 bietet folgendes Bild:

tl_files/assets/astrologie/Mundan/veroeffentlichungstag_biss_zum_morgengrauen-001.jpg

Sofort fallen die geringen Würden der wichtigsten männlichen und weiblichen Planeten auf, wenn Sonne wie Mond im Exil stehen und Venus und Mars im Fall. Doch nicht nur das, Mars steht zugleich im Erhöhungs- und Domizil-Zeichen von Mond und Venus, Mond und Venus wiederum im Domizilzeichen von Mars. Damit stehen Mars sowie Mond/Venus in gegenseitiger Rezeption & sie sind gegenseitige Dispositoren. Die Sonne andererseits befindet sich in der Waage ebenfalls im Domizil der Venus, aber ebenfalls im Fall. In der Waage wird zugleich die Beziehungs-Thematik mundan abgebildet.

Die beiden großen Lichter, Sonne und Mond, analog Vater und Mutter, stehen schwach wie zugleich Mars und Venus, junger Mann und junge Frau.

Wenn also z. B. Mars schwach steht am Tag der ersten Marktauftrittes des ersten Bandes der Bis(s)-Reihe, zugleich auch noch rückläufig, so könnte dieser Mars durchaus in Zusammenhang mit dem Vampir Edward stehen, der eben nicht mehr abhängig von menschlichem Blut lebt, der dadurch aber auch schneller geschwächt wird aufgrund der geringeren Kraftgewinnung aus seiner alternativen Ernährung.

Ein Blick noch auf den Horoskop-Pluto des Erstverkaufstages: Dieser steht im Tierkreiszeichen Schützen, dem klassischen Zeichen und Element der Horizont-Erweiterung und der höheren Einsicht, die auch neue Lebensweisen und -orientierungen ermöglicht, wie sie Edward - und seine Familie - praktizieren, wenn man Pluto mit der Figur des Vampirs in Zusammenhang bringt.

Die beiden weiblichen Planeten Mond und Venus im Skorpion können zum einen die tiefe liebende, sinnlich-erotische und seelische Gebundenheit Bellas, der weiblichen Hauptfigur, an Edward skizzieren, zum anderen auch ihre Entschlossenheit, lieber sich notfalls für ihre Liebe zu opfern, ein umfassendes Opfer zu bringen, in dem sie durch Vereinigung und Blutkontakt mit Edward in die Welt der Vampire eintritt, selber zum Vampir wird, unwiderruflich.

Schaut man sich im obigen Horoskop nach möglichen "Bremsen" in der Beziehung zwischen Bella und Edward um, eben Hürden oder Gebote, so fällt gleich der im Exil stehende Löwe-Saturn ein. Sowohl Mars und Mond laufen in exakte Aspekte zu Saturn, ein schöner Hinweis auf Hürden, Verhinderung von persönlich motivierter (erotischer) Spontaneität und (überpersönlicher) Lasten dieser Freundschaft, die vor dem Hintergrund hoher Verantwortungsbewusstheit Edwards die sexuelle und seelische Einheit und Verschmelzung zunächst lange Zeit entsprechend vorallem von Edwards Seite aus nicht zulässt. Die Dauerhaftigkeit dieser Freundschaft wird zugleich durch die Saturn-Aspekte eher erhöht, angesichts der mehr oder weniger freiwilligen Verzichts-Position beider Hauptfiguren.

Dass zumindest der erste Roman ein Bestseller werdern könnte, innerhalb kurzer Zeit und weltweit, konnte man recht gut aus der Merkur-Jupiter-Konjunktion in der Waage am Veröffentlichungstag ableiten, zumal beide Planeten im Spiegelpunkt zu Uranus stehen, der häufig in dieser Planeten-Verbindung für überraschend wachsende Verkaufszahlen und scheinbar grenzenlose Ausbreitung und Popularität sorgt.

    

 

 

 

Die Film-Darsteller von Bella und Edward

 


Die Bella-Darstellerin
Kristen Stewart wurde am 9. April 1990 geboren, mit einer Widder-Sonne also. Damit spricht sie durchaus einerseits die Mars-/Pluto- und Widder-/Skorpion-Qualitäten des Erstverkaufstages von Twilight an, überraschenderweise. Doch stehen eben die weiblichen Planeten Mond und Venus ja im Mars-Zeichen Skorpion, am Erstverkaufstag. Es ist ja auch so, dass eher die Figur Bella Edward gewinnen will als Freund, von Edward, dem hundertjährigen Vampir, geht nicht die Initiative aus, genauso wie er im Film dem Drängen Bellas nicht nachgeben will, sie notfalls auch zur Vampirin zu infizieren. Es besteht eine Handlungsumkehr zum traditionellen männlichen Vampir-Motiv, eine Frau ggf. zu "erobern", zu überwältigen und sie gegen ihren Willen in die Vampirwelt zu holen. Bella ist einerseits die Initiatorin, zugleich auch leichtsinnig-selbstbestimmt, immer wieder von Kurzschluß-Impulsen vorangetrieben, die "Eroberin" und zugleich die weibliche Person, die sich analog zu den weiblichen Skorpion-Planeten Mond und Venus opfernd und abhängig wie auch unauflöslich an Edward bindet, den erotischen Impuls plutonisch-untergründig eher versteckend oder gar verdrängend.

 

Unten folgt das Synastriebild zwischen Erstverkaufstag (9h, Verlagssitz New York, innen) und den Geburtsplaneten von Kristen Stewart, in der gewöhnlichen Horoskop-Grafik, allerdings ohne Aspekte, aber mit den Halbsummen:

tl_files/assets/astrologie/Mundan/bella_erstverkaufstag_biss-001.jpg

Kristen Stewart spricht mit ihren Geburtsplaneten per Aspekte zunächst nicht die beiden Skorpion-Planeten Mond und Venus des Erstverkaufstages an. Arbeitet man nun mit den Halbsummen in der Synastrie, so steht nun ihr Skorpion-Pluto (samt Lilith) exakt in der Halbsumme der beiden Planeten und aktiviert damit beide Planeten-Qualitäten und verbindet sie nochmals mit der skorpionisch-plutonischen Qualität ihres Geburts-Plutos.

Hat die Autorin der Bis(s)-Reihe, die US-Amerikanerin Stephenie Meyer, den Geburts-Pluto in der Waage, Trigon  Venus natürlich, wohl Ausgangspunkt ihrer Story einer Beziehung und Begegnung mit einem Vampir, so kann die Bella-Darstellerin Stewart mit dem Geburts-Pluto nun im Skorpion die Vampir-Begegnung und Beziehung aus der Pluto-Waage-Welt in die Bindung und Verschmelzung mit Edward, dem Vampir, und den Eingang in seine vampirische Skorpion-Welt zumindest filmisch verdichtet konkret werden lassen. Dass die Vampir-Story überhaupt erst unter einem Schütze-Pluto in die Welt - mundan - hinaus getragen, massenhaft verbreitet wie veröffentlicht wurde, als neuartiges populäres Empfindungs- und Lebensstil-Element, analog einem durch hoch wirksame Werbe-Massnahmen formulierten und auf den Punkt gebrachten wie zugleich generierten inneren Bedürfnis, liegt nahe. Denn symbolisch würde eine Skorpion-Pluto-Qualität eher Insider-Kreise oder speziell Interessierte oder Gläubige oder "Eingeweihte" ansprechen.

 

Der Edward-Darsteller Richard Pattinson, am 13. Mai 1986 in London geboren, mit einer Stier-Sonne damit, berührt im Film vordergründig erst mal die passivere Qualität des Stier-Geborenen. Die Synastrie seiner Geburtsplaneten mit dem Planetenstand des Erstverkaufstages der Bis(s)-Reihe folgt unten, ohne Aspekte, mit Halbsummen:

tl_files/assets/astrologie/Mundan/edward_erstverkaufstag_biss-001.jpg

Gleich sichtbar wird die Konjunktion seiner Geburts-Sonne im Stier mit dem Stier-Mars des Erstveröffent-lichungstages. Pattinson spricht damit tatsächlich und offenkundig die männliche Hauptrolle der Bis(s)-Serie an, so wie sein Geburts-Jupiter im exakten Spiegelpunkt zur Sonne des Erstveröffentlichungstages steht und damit auch den zweiten männlichen Hauptrollen-Planeten aktiviert.

Seine offenkundige Verbindung mit den männlichen Planeten des Erstverkaufstages steht im interessanten Gegensatz zur Darstellerin Stewart, die die beiden weiblichen Planeten Mond & Venus (Erstverkaufstag) im Skorpion wiederum über eine weniger offenkundige Konstellation, ihr Skorpion-Pluto in der Halbsumme von Mond & Venus (Erstveröffentlichungstag), aktiviert.

Pattinson wie Stewart gehören der Generation mit Pluto im Skorpion an. Eine Ära, in der Sex vor, ausserhalb und neben dem vererbten Leitbild "klassische Ehe" durch die sich lange Jahre unaufhaltsam ausbreitende Imunschwäche-Krankheit AIDS teilweise nicht mehr uneingeschränkt bejaht wurde. So ist denn ein zentrales Motiv der Bis(s)-Reihe die Frage, ob Bella und Edward vor einer möglichen "Ehe" überhaupt miteinander schlafen dürfen/wollen, etwas versteckt hinter dem leicht vordergründigen und ablenkenden Umstand, dass Edward ein Vampir ist. Weiter definiert sich die Autorin Stephenie Meyer ausdrücklich als Angehörige einer christlichen Religionsgemeinschaft, die den Sex vor der Ehe ablehnt.