Griechenlands Umbruch in den Horoskopen und der Astrologie
Griechenland steht seit 2009 im Zentrum zahlreicher Schlagzeilen und Nachrichten, vor allem in Sachen "Schuldenkrise". Mit Hilfe der Astrologie kann man die zunehmende Dynamik des griechischen Dilemmas gut erkennen.

Parthenon auf der Athener Akropolis. Quelle Foto: Wikipedia (1)
Griechenland im Abseits
Kaum eine Woche vergeht seit dem Frühjahr/Sommer 2009, da Griechenland nicht in den Nachrichten und Meldungen genannt wird. Vor allem im Zusammenhang mit der Schuldenkrise seit 2008, die in Griechenlands Staatshaushalt besonders große Lücken offenbarte. Dies auch deswegen, weil bisherige, eigene Haushaltszahlen gefälscht und für die milliardenschweren Überweisungen aus dem EU-Haushalt unkorrekte Zahlen nach Brüssel gemeldet worden waren. Überhaupt fragt man sich außerhalb Griechenlands derzeit, wie so ein aufgeblähter, ineffizienter Staatsapparat entstehen konnte und, ob es die beiden sich seit Jahrzehnten abwechselnden Regierungsparteien rechtzeitig schaffen werden, im Zeichen der Krise nationale Verantwortung zu übernehmen. Bislang herrscht in Griechenland eine strikte Trennung zwischen sozialdemokratischer und konservativer Partei, die jeweils nur ihre eigene Wählerschaft und Klientel bedienen. Der überparteiliche Staatsgedanke scheint genausowenig entwickelt zu sein, wie die Fähigkeit, für das Einnahmen- und Ausgabengebaren eine solide wie verantwortbare Relation zu finden.
Nicht weniger verblüfft stellt man im Ausland fest, dass Griechenland anscheinend schon seit Jahrzehnten über seine Verhältnisse lebt. Dies mit unfreiwilliger Hilfe vor allem der EU und mittels der schon erwähnten, manipulierten Zahlenwerke. Bislang ist jedoch erstaunlich wenig Einsicht bei weiten Teilen der Bevölkerung festzustellen. Und so zitiert noch Ende Juni 2011 das Magazin der SPIEGEL den Eindruck eines Europa-Abgeordneten, der nach Gesprächen mit vielen seiner griechischen Kollegen feststellte, sie hätten immer noch nicht begriffen, um was es geht (2).
Das Griechenland-Horoskop
Hier hilft natürlich die Sicht auf das Griechenland-Horoskop von 1974, um vieles besser zu verstehen. Es bildet die derzeitigen Entwicklungen - aus unserer Sicht - sehr gut ab:

Griechenland: 24.7.1974, 4h EET, Athen (Vereidigung Ministerpräsident Karamanlis)(3)
Das Horoskop wurde auf den Zeitpunkt der Vereidigung des damaligen Ministerpräsidenten Karamanlis erstellt. Nach Jahren der Militärdiktatur war dies der Augenblick, da Griechenland endgültig die Militärherrschaft hinter sich ließ und zu demokratischen Strukturen zurückkehrte. Ein beeindruckender Moment der Befreiung und Wiedergeburt Griechenlands.
Im Krebs-Aszendenten spiegeln sich dann auch Themen wie Heimat, Zuhause, Volk, seelische Wurzeln wider - es geht um Erinnerungen und die seelisch-subjektive Schöpferkraft, genauso wie um schnelle Entwicklungen. Wenn der Mond, als Aszendenten-Herrscher, wiederum im 4. Haus steht, so werden genau diese Themen wiederholt und somit verstärkt. Die Mond-Pluto-Konjunktion im 4. Haus zeigt zum einen die dramatische wie traumatische Vergangenheit des Volkes an, zum anderen die seelische Wiedergeburt, nach tiefer Krise, Unterdrückung und Machtmissbrauch.
Am Aszendenten stehen Saturn und Merkur, was den Augenblick der Verantwortungsübernahme eines politischen und öffentlichen Amtes gut abbildet. Ein Krebs-Saturn am Aszendenten zeigt sich eher emotional beherrscht wie ausdauernd, doch im Krebs steht Saturn im Exil und daher traditionell schwach. Saturn fällt es hier schwerer, dauerhaft verantwortungsvolle bzw. "objektivere" überpersönliche, staatliche wie politische Strukturen, Institutionen und Regeln zu bilden. Das klassische "Familien-Zeichen" Krebs könnte auch dafür stehen, dass in der neueren politischen Geschichte Griechenlands - seit 1974 - stets bedeutsame Politikerfamilien regierten, die Ämter tendenziell "vererbten" und die Wählergunst vielfach schlicht auf Familiennachkommen bzw. Familienangehörige übertragen wurde. (4)
Das plutonische und das uranische Griechenland?
Im 4. Haus - neben Mond-Pluto - findet sich auch noch Uranus, jedoch wenig aspektiert und eingebunden. Uranus, der distanzierte, eher unpersönliche, geistige Erneuerer und Reformer bildet ein großes, fast unvereinbares Gegengewicht zu Mond-Pluto, wo tiefe, persönliche wie familiäre Emotionen und subjektive Wahrnehmungen prägend wirken. Mond-Pluto sowie Uranus im 4. Haus verdeutlichen auf eindringliche Weise, dass sich in der griechischen Bevölkerung zwei größere "Blöcke" gegenüberstehen. Politische Blöcke wie die konservative und die sozialdemokratische Partei. Zwischen diesen beiden Blöcken gibt es kaum Zusammenarbeit oder einen Konsens - pragmatische, gemeinsam getragene Entscheidungen findet man in Griechenland entsprechend selten. Eine Tradition seit Jahrzehnten, die jetzt im Fall der Schuldenkrise erst so richtig deutlich wird. Im Zeichen der landesweiten Herausforderungen wäre eine Zusammenarbeit nun dringend notwendig, doch wie lässt sich Mond-Pluto mit Uranus vereinen?
Wenig Erdung - wenig Realismus?
Am Griechenland-Horoskop fällt weiter auf, dass keine Horoskopelemente - z. B. Planeten, Mondknoten oder Aszendent - in einem Erdzeichen stehen. Und Saturn, als klassischer Vertreter eines Erdzeichens (Steinbock), steht eher schwach im Krebs. Die Venus - wieder ein Planet, der u.a. das Element Erde (Stier) vertritt - steht im 12. Haus, also ziemlich ausgelagert, fernab der Lebenswirklichkeit. Was kann die geringe Vertretung des Elementes Erde bedeuten? Nun, daraus kann ein zu geringer Realismus für die sogenannten irdischen Tatsachen des Lebens entstehen. Wirtschaftliches oder gar sparsames Handeln ist wenig verankert; dauerhafte, tragfähige Strukturen gemeinsamer Werte können sich verzögert und unzureichend ausbilden. Ein finanzieller Realismus, ein Wissen um die irdischen Grenzen der Finanzen oder eine dauerhaft angelegte, vorausschauende, plausible Finanzpolitk sind kaum zu erwarten.
Die Sonne verkörpert in Staatshoroskopen - zusammen mit Saturn - i. d. R. die Regierung und den Staat. Mit einer (noch jungen) 0-Grad-Löwe-Sonne will man erstmal viel "Staat" machen, die Regierungen sind entsprechend deutlich zentralistisch orientiert und auf eine Person zentriert geführt. Hier wird der subjektive Wille und die vitale Entfaltungskraft vorangestellt, umgekehrt kümmert sich die Löwe-Kraft wenig um die Zukunft und eher ungern um die Ausgabendisziplin. Überpersönliche Notwendigkeiten liegen der Löwekraft eher fern, Kompromisse oder Interessensausgleiche ebenso. Vernunft und Anpassungen gehören zur Jungfrau- und nicht zur vitalen Löwequalität. Die überpersönliche Korrekturkraft und die realistische, arbeitsgeprägte Disziplin des Saturn ist - wie schon beschrieben - geschwächt.

Flagge von Griechenland
Da die Sonne im Griechenland-Horoskop das zweite Haus und somit das Haus der Geldmittel, der Werte sowie des Genusses beherrscht, kann man annehmen, dass der Staat gerne aus dem Vollen lebt bzw. über seine sogenannten Verhältnisse. Das kann lange gut gehen, Schulden sind ja nicht an sich schon bedrohlich. Es kommt jedoch darauf an, wie hoch die Schulden sind und wie stark die Produktivität der griechischen Volkswirtschaft und die Wirtschaftsleistung überhaupt ist. Und hiermit kann Griechenland eben nicht überzeugen, die Produktivität ist relativ gering, der öffentliche Sektor stark aufgebläht, die eigentliche Wirtschaftsleistung wiederum relativ schwach. Es fehlt ein überzeugender industrieller Sektor oder eine professionelle, wettbewerbsfähige Dienstleistungswirtschaft, die weltweit agieren könnte.
Die Sonnenfinsternis 2009 und die Schuldenkrise Griechenlands
Zur Sonnenfinsternis 2009 wurden einige Währungsreformen und Zahlungsunfähigkeiten von Staaten vorhergesagt, oft genannt die USA. Die kritischste Situation entstand aber ganz woanders - in Griechenland. Wenn Sonnenfinsternisse auf bedeutsame Horoskopfaktoren von Personen oder Staaten, Organisationen und Vereine fallen, so wird allgemein angenommen, dass mit besonderen Herausforderungen und problematischen Geschehnissen gerechnet werden muss. Im Fall von Griechenland fand die Sonnenfinsternis sehr nahe der Radix-Sonne statt. Folgende Grafik zeigt innen das Griechenland-Horoskop, außen das Horoskop der Sonnenfinsternis vom 22.7.2009:

Sonnenfinsternis, 22.7.2009, Athen, 2h34:31 UT
Man erkennt gut die Sonne-Mond-Konjunktion des Finsternis-Horoskops dicht bei der Sonne des Griechenland-Horoskops. Schon bald nach der Finsternis wurde bekannt, dass Griechenland hoch verschuldet ist und gleichfalls Probleme mit der Schuldentilgung hat. Die Sonnenfinsternis 2009 aktivierte also deutlich die Themen der Sonne im Griechenland-Horoskop - und damit die Themen der öffentlichen Geldmittel. Es wurde immer deutlicher, dass die gewählten Regierungen über Jahre und Jahrzehnte weit mehr ausgegeben hatten, als irgendwie verantwortbar war. Kennzahlen waren - für die Zuschüsse aus Brüssel - gefälscht worden, der unproduktive öffentliche Sektor war inzwischen überdimensional gewachsen. Die Venus der Sonnenfinsternis bildet übrigens einen ganz exakten Spiegelpunkt auf den Saturn des Griechenland-Horoskops. Sie nahm damit vorweg, dass Konsum, Genuss und allgemeines Wohlergehen (Venus) bald starken Beschränkungen unterworfen sein würden.
Griechenland im Umbruch
Derzeit (Juni 2011) ist immer noch nicht klar, ob und wie das griechische Parlament - auf breiter Basis und über die Parteigrenzen hinweg - Verantwortung für den Staat, seine dringend notwendigen Reformen sowie für die eigene Bevölkerung Verantwortung übernehmen wird. Derweil protestieren viele Griechen gegen die drohenden, weiteren Sparbeschlüsse. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung ist in Aufruhr, die gewohnten staatlichen wie öffentlichen Strukturen können so nicht weiter bestehen. Ein Bewusstseinswandel und der Wille zu spürbaren Reformen des Staates wie des öffentlichen Sektors ist dringend erforderlich. Dies wird anhand der aktuellen Transite zum Griechenland-Horoskop sehr deutlich: Transit-Uranus im 10. Haus - hierdurch werden die zu reformierenden, erneuernden Bereiche Staat, Gesellschaft, überpersönliche Verantwortungen und Pflichten thematisiert - , Transit-Saturn im 4. Haus = Heimat, Zuhause, Immobilien, die Bevölkerung, die Herkunft und die Fundamente/Wurzeln stehen auf dem Prüfstand.

Innen: Griechenland-Horoskop, außen: Transite Ende Juni 2011
Während Uranus Reform- und Veränderungsimpulse für die Angelegenheiten des 10. Haus zur Verfügung stellt, entspricht Saturn überpersönlichem Verantwortungsbewusstsein, Nüchernheit und notfalls Beschränkungen. Mit Saturn im 4. Haus gehts auch um Abschied oder Trennung von Träumen und (kindlichen) Wünschen, kurz: um den Prozess des seelischen Erwachsenwerdens. Eine große Aufgabe bei einer Mond-Pluto-Konjunktion im 4. Haus, die typische Eigenheiten zeigen kann: Die seelische Binnen-Gefangenheit in stark subjektiven, auch geerbten Wahrnehmungen, Emotionen und ausgesprägten Vorstellungen, gegen die sich die äußere Realität - selbst im offenkundigen wie kritischen Krisenfall - nur schwer durchsetzen kann. Typischerweise folgt zuerst eher ein Zusammenbruch, eine tiefe Krise, bis die veränderte innere wie äußere Realität wahrgenommen werden kann.
Der Transit-Uranus im 10. Haus wird auf die aktuelle Regierung projiziert - Vorgesetze, Chefs, Behörden, Staat (analog zu Saturn) werden dem 10. Haus zugeordnet. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung (Mond-Pluto im 4. Haus) empfindet die Reformmaßnahmen als - Widder-Uranus im 10. Haus - als kalte Provokation, radikal, als Willkür und Angriff (auf das Volk oder Griechenland). Die Notwendigkeit einscheidender Maßnahmen kann von vielen (zumindest so) nicht angenommen werden. Es sind dann immer die anderen schuld - ob die Regierung, die andere Partei und ihre Anhänger, die Reichen, die EU, die Deutschen oder sonstige "Außenstehende". Ein typischer Rückzugsreflex bei Mond-Pluto-Konstellationen. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung akzeptiert die Reformschritte und den drastischen Sparkurs. Dieser Teil wird wohl eher von Uranus symbolisiert. Mit einem gerechten Ausgleich der Lasten (Uranus), wie wiederum von einem Großteil der demonstrierenden Bevölkerung gefordert, kann kaum gerechnet werden. Hierzu ist die uranische Kraft zu wenig integriert und die stabilisierende Qualität des Transit-Saturn durchs 4. Haus nicht stark genug (Waage eingeschlossen im 4. Haus).
Nachtrag Mai 2012: In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde die griechische Regisseurin Athinas Rachel Tsangari zur Lage Griechenland befragt. Sie meinte sinngemäß, Griechenland wäre als demokratischer Staat erst 37 Jahre alt und damit eher erst noch ein Kind, dass erwachsen werden müsse [was sehr genau zum Krebs-Aszendenten passt samt Mond-Pluto im 4. Haus. Anmerk. von mir]. Nach der Militär-Diktatur [1967-1974; Anmerk. von mir] wäre eine Demokratie entstanden, die nichts mit sich anzufangen gewusst hätte, was in den Populismus der Pasok [Sozialisitische Partei Griechenlands] geführt hätte. Griechenland wäre bestimmt gewesen vom bulimischen Verlangen, alles fast sofort haben zu wollen, den Sprung aus der Dritten in die Erste Welt hätte es aber nicht verkraftet und dabei Moderne mit Konsum verwechselt. Man hätte Erste Welt sein wollen, aber keine Ahnung davon gehabt, wie man das erreicht(5).
Transit-Uranus Opposition Mond/Pluto im vierten Haus
Für die kommenden Monate ist mit weiteren, heftigen Protestaktionen, Erschütterungen und politischen Radikalisierungen zu rechnen, denn der transitierende Uranus wird noch während der derzeit exakten Opposition zur Mond-Pluto-Stellung rückläufig. Erst Ende 2012, Anfang 2013 wird er - nach dem 3. Übergang - endgültig die Oppositon verlassen. Und doch, hinter Mond-Pluto steckt auch eine enorme Regenerationskraft, so wie die Löwe-Sonne eine fast nie versiegende Quelle der Vitalität darstellt. Griechenland steht vor einer einschneidenden Wende, astrologisch lässt sich jedoch schon die "Wiederauferstehung" nach der Krise erkennen. Zumindest die astrologischen Zutaten stehen hierfür bereit.
Anmerkungen und Quellen:
1) http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Parthenon.JPG&filetimestamp=20070418190111, abgerufen am 14.2.2012
2) Spiegel.de v. 23.6.2011: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,770012,00.html
3) Campion, Buch der Welthoroskope, 1991
4) Spiegel.de v. 22.6.2011, Interview mit dem griechischen Autor Petros Markaris
5) FAZ vom 5. Mai 2012, Bilder und Zeiten, Z6.